Interviewer: "Winfried Sobottka, Sie gelten im Internet als ungeniert. U.a. machen Sie Selbstinterviews, und geben das auch noch offen zu!"

Winfried Sobottka: "Ein Mittel der Sprachgestaltung, das einem viele Probleme der Textstrukturierung vom Halse hält, zudem eine bessere Selbstreflexion ermöglicht."

Interviewer: "Warum Die Volkszeitung?"

Winfried Sobottka: "Weil es bisher keine Zeitung für das Volk gibt. Eine Zeitung für das Volk muss bedingungslos der Wahrheit und Offenheit verpflichtet sein. Sie darf niemals auf Täuschung zielen, für sie darf es keine Tabuthemen geben.

Das können Zeitungen, die von Anzeigenaufträgen abhängig sind, nicht leisten. Zeitungen wie z.B. "Neues Deutschland", die praktisch in den Händen einer politischen Partei oder einer anderen Organisation liegen, können das auch nicht leisten."

Interviewer: "Die Volkszeitung wird voraussichtlich die Unterstützung der stärksten freien Internetforce der Welt , die Unterstützung der Hackerinnen und Hacker von United Anarchists, haben. Die machen das auch nicht bedingungslos?"

Winfried Sobottka: "Die Volkszeitung wird unter Garantie die Unter-stützung unserer Internetforce haben, solange Die Volkszeitung kompromisslos für Vernunft und Gerechtigkeit eintritt. Dazu gehören die Ehrlichkeit und die tabufreie Offenheit. Da in diesen Dingen absoluter Konsens in unserem Netzwerk freier Anarchistinnen und Anarchisten herrscht, brauche ich dafür nichts anderes zu tun als das, was ich sowieso tun will."

Interviewer: "Derzeit sind Sie der einzige Schreiber hier, aber Sie fühlen sich stark genug, gegen die Besten Journalisten im Internet zu konkurrieren?"

Winfried Sobottka: "Erstens ist Die Volkszeitung offen für Artikel anderer. Wenn eine Journalistin oder ein Journalist einen engagierten Artikel zu einem Themen schreibt, der inhaltlich interessant ist, dann kann er hier veröffentlicht werden. Auf ausdrücklichen Wunsch ohne Namensnennung, wenn ich selbst für den Inhalt gerade stehen kann, sonst selbstverständlich mit Namensnennung und Verlinkung zu ihrer bzw. seiner Page.

Zweitens gibt es viel zu viele wirklich gute Journalisten, als dass ich sie alle in jeder Disziplin schlagen könnte. Ich würde darin auch keinen Sinn sehen, ich habe keine Probleme damit, wenn jemand in irgendetwas besser ist als ich. In meinem ersten Artikel im nun endgültigen Konzept habe ich zum Beispiel einen größeren Teil aus einem Artikel von Annika Joeres einfach zitiert, anstatt das im Grunde Selbe mit meinen eigenen Worten zu sagen. Annika Joeres hatte das mit feurigem Herzensblut geschrieben gehabt, und ich habe mir sofort gesagt: "Winfried, das kannst Du jedenfalls nicht besser!"

Interviewer: "Sie klauen also?"

Winfried Sobottka: "Für uns Anarchisten gibt es keine exklusiven Rechte auf Wissen und Worte, diese Dinge haben allen Menschen zu gehören. Dennoch werde ich mich an gewisse Spielregeln halten müssen, um keine Angriffsflächen zu bieten, die Die Volkszeitung gefährden könnten. Was ich mit einem Teil aus einem Artikel von Annika Joeres gemacht habe, geht nach meinem Verständnis noch als Berichterstattung durch. Natürlich habe ich Annika Joeres ordnungsgemäß zitiert, und auch den Link zum Gesamtartikel angegeben, der dadurch zusätzliche Traffic bekommt. Bisher hat Annika Joeres sich nicht bei mir beschwert, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie einen Anlass dafür sehen könnte."

Interviewer: "Die Stärken der Die Volkszeitung sind zugleich ihre Schwächen, weil der Verzicht auf jede unliebsame Abhängigkeit sich natürlich finanziell auswirkt?"

Winfried Sobottka: "Es gibt Dinge, die kann man nicht mit Geld aufrechnen. In unserer Gesellschaft gibt es eine Menge Leute, die sich sagen: "Na ja, diesen und jenen Kompromiss muss ich machen, aber mir bleibt ja noch ein gewisser Rahmen..." Diese Leute hat es immer schon gegeben, sie haben in ihrem "gewissen Rahmen" niemals etwas erreicht. In einem Rahmen, den die Mächtigen abstecken, kann man eben nichts erreichen, was den Mächtigen nicht passen würde."

Interviewer: "Sie haben sich schon einmal verächtlicher über diese Gutmenschen mit Kompromisskonten geäußert..."

Winfried Sobottka: "Ich habe es mir längst abgewöhnt, mich über alles aufzuregen, worüber ich mich aufregen könnte. Sich zu ärgern führt lediglich zu psychosomatischen Störungen, zu Magengeschwüren und so weiter. In der Ruhe liegt die Kraft. Wir, United Anarchists, machen unser Ding, wir sagen und verbreiten, was zu sagen und zu verbreiten ist, machen das, so gut wir können, und in diesem Sinne soll auch Die Volkszeitung gestaltet sein. Ich bin früher anders vorgegangen, die Resultate waren nicht ermutigend. Es gibt Dinge, auf die die Leute von selbst kommen müssen, das kann man anregen, aber nicht erzwingen."

Interviewer:"Wie oft wird es Artikel in der Volkszeitung geben?"

Winfried Sobottka:"Da gibt es überhaupt keine feste Regel. Ich werde nicht einen Artikel schreiben, um überhaupt irgendetwas zu schreiben, und ich werde auch nicht in der Lage sein, zu allem jeweils sofort etwas zu schreiben. Aber ich werde mein Bestes geben, die Artikel so zu gestalten, dass die Leute sich sagen: "Da möchte ich keinen Artikel verpassen!" Für JournalistINNen soll Die Volkszeitung ein MUSS werden: Ich werde Wert darauf legen, die wichtigsten Fremdartikel zu einem Thema einzubeziehen und darüber hinaus noch etwas zu bieten, was die anderen nicht bieten - wenn das möglich ist. Verfolge ich dieses Konzept erfolgreich, dann werden Artikel aus Die Volks-zeitung den Ruf bekommen, ein guter Ausgangspunkt für alle zu sein, die einen Überblick zu einem Thema bekommen wollen."

Interviewer: "Zugleich soll Die Volkszeitung über grundlegende Themen informieren, die aus Sicht von United Anarchists wichtig sind?"

Winfried Sobottka: "Ich habe auf verschiedenen Plattformen eine Menge an Material, das in den meisten Fällen aber noch nicht wirklich gut gestaltet und präsentiert ist. Die Volkszeitung schafft die Möglichkeit, diese Dinge nach und nach in das entsprechende Format zu bringen und gut strukturiert anzubieten."

Interviewer: "Und Unterhaltung?"

Winfried Sobottka: "Ich brauche einen emotionalen Impuls, um eine Glosse schreiben zu können. Das ist in der letzten Zeit schwieriger geworden, weil die Lage viel zu ernst ist. Eine Glosse hat die Tendenz, Dinge zu verharmlosen. Solange man über irgendetwas oder irgendwen noch lachen kann, kann es bzw. er so schlimm ja nicht sein. Was ich derzeit sehe, egal, wohin ich schaue, ist durchweg nicht zum Lachen. Aber ich arbeite an dem Projekt Sherlock Holmes."

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